Das Mecklenburger Warmblut

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuchtgebiet(e)

 

 

  • Deutschland
  • Mecklenburg-
  •  
  • Vorpommern

 

 

 

 

 

Zuchtgeschichte

 

Die Zucht wurde 1812 im Gestüt Redefin mit Hengsten und Stuten aus bäuerlichem Besitz gegründet. In der Zucht hatte man Mitte des 19. Jahrhunderts bei der Verwendung von englischen Vollbluthengsten zu viel des Guten getan, und die Pferde wurden zu leicht. Man setzte als Korrektur jahrzehntelang Kaltbluthengste ein und erhielt Pferde, die für die Weiterzucht nicht brauchbar waren. Erst Ende des Jahrhunderts gelang es durch eine Umstellung der Zuchtordnung, wieder eine konsolidierte Stutenbasis im Lande zu schaffen, und zwar mit Hilfe des hannoverschen Warmbluts. Auf dieser Grundlage mit dosiertem Einsatz von Vollblut und Trakehnern wurde bis 1945 und darüber hinaus bis heute gezüchtet.

 

Eine landesherrschaftliche Stuterei bestand schon 1710. Sie belieferte den herzoglichen Schweriner Marstall mit edlen Pferden. Die Einrichtung wurde in den Jahren 1795 bis 1810 verpachtet und hinterher als Hauptgestüt weiter betrieben.

Um die Pferdezucht zu verbessern, erfolgte 1812 durch Großherzog Friedrich Franz I. die Gründung des Landgestüts. 1817 wurden 20 Hengste zur Deckung in sechs mecklenburgischen Orten gehalten. 1840 betrieb man bereits 26 Deckstationen mit 134 Hengsten. Durch die Verwendung von Englischen Vollblut-Hengsten, verbunden mit bodenständigen Stutenstämmen, erhielt man Pferde, die zu europaweiter Nachfrage führten. Demzufolge wurden für die Beschälung auf dem Land verstärkt Kaltbluthengste eingesetzt, was, aufgrund mangelnder Zuchtarbeit, der Zucht 1867 einen schweren Schlag versetzte. Ab 1873 kaufte man Hannoveraner-Hengste an und orientierte sich in seinen Zuchtzielen um. 1915 besaß man 142 Zuchthengste an 36 Deckstationen.

 

Der erste Weltkrieg führte zu einer verstärkten Nachfrage an Pferden, so gab es 1920 10.084 Deckungen. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise sank die Zahl auch wegen der steigenden Motorisierung in der Landwirtschaft bis 1929 auf 2196. 1934 übernahm das Gestüt in Redefin mit der Vereinigung der Herzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg- Strelitz Personal, Hengste und Inventar aus dem aufgelösten Landgestüt Neustrelitz.

 

 

 

1935 wurde erstmals eine Hengstparade veranstaltet, damals noch als reine Zuchtschau. Der Zweite Weltkrieg führte erneut zu einem erhöhtem Bedarf an Pferden für den Kriegseinsatz. Nach dem Krieg wurden vor allem Arbeitspferde benötigt, so dass schon 1949 221 Zuchthengste im Einsatz waren. Seit 1951 gehört auch Vorpommern, welches zuvor durch das nach Kriegsende zu Polen gehörende Gestüt Labes versorgt wurde, zum Zuständigkeitsbereich der staatlichen Stätte in Redefin.

 

 

 

 

 

 

Die weitere Motorisierung und der Zusammenschluss von einzelnen Bauern zu Genossenschaften führte Anfang der 1960er Jahre zu einem Rückgang der Pferdehaltung und - Zucht. 1970 gliederte man die Zuchtleitungen in Rostock und Schwerin ein und begann mit der Einrichtung einer touristischen Abteilung. Der Hengstbestand war auf 86 gesunken und stieg bis 1987 wieder auf 100.

Mit der Wende übernahm 1993 das Land Mecklenburg-Vorpommern das Landgestüt Redefin und es wurde damit begonnen, die Bausubstanz der historischen Gestütsanlage zu sanieren. Hinter dem alten Reithallenportal wurde bis 1998 eine neue Reithalle errichtet. 2007 befanden sich 70 Zuchthengste im Bestand des Gestüts. Die alljährlichen Hengstparaden gehören bis heute zu den bedeutendsten Großveranstaltungen Mecklenburg-Vorpommerns und halfen beim Ausbau der Anlage zu einem Kulturstandort und touristischen Anziehungspunkt. An der Bundesautobahn 24wird auf Unterrichtungstafeln für das Landgestüt geworben.

 

 

 

 

Quelle(n)

Herr Stefan Fischer Anne Kurp Gestüt Nordvorpommern GmbH 18337 Kloster Wulfshagen